In Bezug auf die Ursachen werden Sie befragt, ob Sie die tiefergehenden Gründe Ihres Trinkverhaltens erkennen, ob Ihnen die Trinkgewohnheiten, die zum Führerscheinentzug führten, klar sind und ob Sie Ihren Alkoholkonsum realistisch einschätzen können. Ihre Einschätzung zur Mengenverträglichkeit (Giftfestigkeit) und der Trinkursachen spielen dabei eine wichtige Rolle.
Unter dem Gesichtspunkt der Veränderung will die Psychologin/der Psychologe wissen, ob Sie Ihr Trinkverhalten ausreichend und nachvollziehbar verändert haben und was sich sonst noch verändert hat.
In Bezug auf Ihre Stabilität erwarten die Gutachter/innen eine ausreichende Abstinenz. Für den Fall, dass Sie mit dem Argument, dass Ihnen "kontrolliertes Trinken" gelingt, in die MPU gehen, wird man eine klare und nachvollziehbare Veränderung Ihres Trink- verhaltens erwarten.
Aus meiner Erfahrung heraus weiß ich, dass für eine Mehrheit der alkoholauffälligen Kraftfahrer/innen, welche die 1,6 Promille-Grenze überschritten haben (insbesondere diejenigen, die 2 Promille und mehr hatten), eine positive Prognose mit "kontrolliertem Trinken" nicht mehr möglich ist (in mehr als 80% der Fälle). Für all diese Kraftfahrer muss statt dessen eine ausreichende Abstinenzzeit nachweisbar sein. Ein solcher Nachweis kann dadurch erbracht werden, dass Ihre regelmäßig (alle 2-3 Monate) erhobenen Leberwerte (insbesondere der Gamma-GT und MCV) stimmen. Eine ausreichend lange Abstinenzzeit, die Ihre Stabilität belegt, ist dann vorhanden, wenn Sie 1 Jahr abstinent leben. Von dieser einjährigen Abstinenz gibt es unter bestimmten Voraussetzungen Abweichungen. Mit weniger als 6 Monaten Abstinenz ist ein positives Gutachten jedoch nicht zu erreichen. Die Abstinenz selber ist jedoch nicht unbedingt das alleinige Hauptkriterium. Wichtig ist auch, dass die Alkohol- hintergrundproblematik aufgearbeitet ist. Dazu benötigen Sie in der Regel professionelle Begleitung und Hilfe.
Zum Fragebogen:
Ein Fragebogen von ca. 7 Seiten Umfang soll den Gutachtern Rück- schlüsse auf Ihr Wissen und Ihre selbstkritischen Erinnerungen ermöglichen. Das Ausfüllen des Fragebogens gibt Ihnen die Chance, sich in Ruhe und ohne direkten Befragungsdruck mit der gesamten Problematik zu beschäftigen, um die Dinge, die Sie verändert haben, ausführlich zu beschreiben.
Ein biographischer Fragebogen beschäftigt sich mit Ihrem Lebenslauf und Ihren persönlichen Begebenheiten.
Zum testpsychologischen Teil:
Der testpsychologische Bereich soll den Gutachtern/innen Aufschluss darüber geben, inwieweit Sie von Reaktion, Ausdauer und Konzentration her in der Lage sind, den Anforderungen im Straßenverkehr gerecht zu werden.
Bedenken Sie, dass langjähriger Alkoholkonsum regelmäßig zu erheblichen Leistungsminderungen führt, die tatsächlich messbar sind. Die Tests werden meist computergestützt an Bildschirmen durchgeführt. Sie sind in der Regel leicht und man darf normale Ergebnisse erwarten. Dieser Test gilt als bestanden, wenn kein Testergebnis niedriger als Prozentrang 16 ausfällt.